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Bayerischer Rundfunk | 17.05.2005
Fiat-Werbung und deutsche Kulturinstitute in Rom Chauvinistische Reklame der italienischen Autohersteller sorgt für Zorn und milden Spott
Der italienischen Wirtschaft geht's schlecht: Fast nur Minister- präsident Berlusconi spricht von „Stagnation“, die meisten Ex- perten sagenâ""Rezession". Ein Symptom der Krise: Patriotische, nationalistische oder chauvinistische Werbung. So wie es in Weltkriegszeiten in England hieß: "Buy British", so bescheidet nun der FIAT-Konzern in Italien die Bürger, die statt eines Fahrzeugs aus Turin ein deutsches, ein japanisches oder ein französisches erworben haben, per halbseitiger Anzeige mit einem zynischen "danke",â"arigato", undâ""meci". Die schwarz-rot-goldene Version der Reklame erschien erstmals ausgerechnet am 25.April ... |
| ORIGINALTON BLÜHER: Es ist der Tag, an dem järlich die italienische Öffentlichkeit und die Veteranen und die, die unter Deutschland im Krieg gelitten haben, den Jahrestag des Endes des Faschismus und den Abzug Deutschlands feiern. |
| ... der Leiter der Deutschen Akademie in Rom Villa Massimo, Dr.Joachim Blüher. Sein Protest gegen die Anzeige, die mit ihrer Frakturschrift an die Bekanntmachungen der Wehrmacht an Italiens Hauswänden erinnern konnte, der Protest, den Blüher in einem Schreiben an den Präsidenten von FIAT formulierte, Luca Di Montezemolo, gleichzeitig italienischer Industriellen-Vorsit- zender, ist von Zeitungen in beiden Ländern aufgegriffen worden. In einer der andren wichtigen deutschen Kultur-Einrichtungen in Rom, dem Goethe-Institut, behandelt man die Angelegenheit eher mit einem Augenzwinkern: Aber aufgegriffen wird die FIAT-Reklame auch hier. â"Danke", plakatiert jetzt auch das Institut auf deutsch: "danke", dass Sie deutsche Autos gekauft haben; jetzt wollen wir Ihnen noch was Schöneres anbieten: Unsere Sprachkurse!â Anders als das Schwarzrotgold der Autoreklame (das ohnehin schwarzweißrot historisch richtiger gewesen wäre), ist die Goethe-Instituts-Werbung für das Deutschlernen in politisch-geschichtlich unverdächtigem Schwarz auf Grün gehalten. |