Ein Papst "George Ringo" ist natürlich wenig wahrscheinlich.
Welchen Namen der Neue wählt - es ist eine seiner ersten Amtshandlungen - kann aber
Hinweise auf den Kurs geben, den er einschlagen will.
Beim Erfinder des päpstlichen Doppelnamens war das allerdings gerade nicht der Fall:
Albino Luciani verneigte sich im Jahr 1978 vor seinen beiden in innerkirchlichen
Dingen eher gegensätzlichen Vorgängern
Karol Wojtyla verneigte sich mithin vor allen Dreien, als er den Namen
beibehielt und sich mit der römischen Zwei dahinter abgab.
Es ist ja nur bei Fernsehsendern und Fußballclubs so, dass die Zwei
unbeliebt ist.
Mit Ausnahme des ZDF nennt sich wohl keine Anstalt der Welt freiwillig so;
und von einem 2. FC ist mir auch nichts bekannt.
Damit sind wir schon bei der naheliegendsten Option:
Johannes Paul III. Damit täte der Mann jenen aus künftigen
Generationen einen Gefallen, die den Ehrgeiz haben, alle Päpste der
Kirchengeschichte auswendig zu lernen.
Das wäre dann von 1978 bis weit ins 21. Jahrhundert, bis Nummer 265 derzeit,
ein Kinderspiel: Johannes, Paul, Johannes Paul, Johannes Paul, Johannes Paul und
so weiter.
Auch lässt sich "Giovanni Paolo!" (bambambam bambaam)
trefflich skandieren, was, wie wir mittlerweile wissen,
bis zu allerletzt, bis zur Trauerfeier, dringend sein musste.
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Die 24 als römische Zahl ist, egal ob XXIV oder XXIIII,
ein bisschen mühsam zu lesen und zu schreiben, aber da würden wir uns
schon dran gewöhnen. XXIII ging ja auch. Der Grund, aus dem sich der 1958
Gewählte für einen so häufig benutzten Namen entschied,
könnte übrigens auch wieder zum Tragen kommen:
Der Roncalli-Papst wollte - abgesehen davon, dass es mit dem Evangelisten
und dem Täufer zwei besonders wichtige heilige Johannesse gibt - wohl vor
allem die kirchengeschichtliche Reihung klarstellen und dem Gegenpapst
Gregors XII. die Zahl entwinden, die er seit dem 15. Jahrhundert für sich in
Anspruch nahm. Sollte dieses Kriterium nächstens wieder eine Rolle spielen sollen,
böten sich die Namen Stephan und Felix an; auch der etwas originellere
Anastasius käme in Frage.
Aber dringender Klärungsbedarf besteht hier eigentlich nicht.
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Philipp Kreisselmeier
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